Tesla Roadster

03.06.2019, von Felix Goldbach (Gastbeitrag)

Der Tesla der ersten Stunde

Ein Elektroauto für den Renn-Sport

“Ich durfte eine echte Rarität kennenlernen und habe mich darüber gefreut, dass ich am Ende des Tages blutige Hände und schmutzige Klamotten hatte.”  Dies ist ein Bericht über den Austausch einer Leistungselektronik eines Tesla Roadsters. Ein Model welches im Jahre 2008 zu ersten Mal auf den Markt kam.

 

Tesla Roadster Heck

Tesla Roadster Heck

 

Ein Freund von mir hat sich im Jahre 2010 einen Tesla Roadster gekauft und mit diesem Auto mittlerweile 297.000 km gefahren. Das Auto hat bis heute noch keinen Batterietausch hinter sich. Lediglich die Leistungselektronik wurde einmal grundüberholt und gereinigt, weil mit der Zeit die Leistungsfähigkeit abnimmt, auf Grund von Verunreinigungen und der damit verbunden schlechten Wärmeabgabe der Kühlelemente.

Reichweitenangst bei E-Autos bereits 2010 nicht nötig

Aber nun mal von vorn. Die besten Tage, scheint es, hat das Auto bereits hinter sich. Was aber eher an dem schlechten gepflegten Äußeren liegt und nicht am Alter des Autos selbst. Tesla hatte damals eine mit 53 kWh eingebaut, mit der das Auto angeblich 392 km weit fahren sollte. Und tatsächlich. Bei einer sparsamen Fahrweise konnte das Auto bereits damals, bei einer sparsamen Fahrweise, mehr als 500 km schaffen.

In Deutschland wurden nur etwas 20 Stück verkauft. Diese Kunden haben dabei geholfen, dass Tesla mit dem Geld sein Model S bauen konnte. Ein Model welches besser für den Alltag geeignet ist, als diese elektrische Flunder. Alleine schon beim Einsteigen in das in das Auto, Toyota hatte damals die Karosserie von Toyota Elise beigesteuert, weil Tesla noch keine eigene Karosserie erstellen konnte, braucht man eine gewisse Akrobatik, vor allem als großer Mensch. Man hat eher das Gefühl in ein Liegefahrrad einzusteigen als in ein Auto. Sportwagenfahrer kennen das Problem wahrscheinlich eher, als so ein Normalo wie ich.

 

Tesla Motor

Tesla Roadster Innenleben

 

Das Auto hat in seiner neunjährigen Lebensdauer mehrere Weltrekorde mit aufgestellt und kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Durch ganz Europa ist es unterwegs gewesen und hat viele der damaligen Elektroautorallys mitgemacht, wie die vergilbten Aufkleber auf dem Auto zeigen.

Um die Leistungselektronik aber wirklich ausbauen zu könne, sollte man daran denken die Zentralen Disconnector herauszuziehen, dass das Auto auch wirklich ohne jegliche Stromversorgung mehr ist und man ohne Bedenken alle elektrischen Kable lösen und später auch wieder anbringen kann.

Nach dem das nur erledigt ist, habe ich natürlich gleich die erste Schraube in die Tiefen des Tesla Roadsters fallen lassen. Ersatz gab es leider keinen. Also mit den Schrauben höllisch aufpassen! Zusätzlich zu den Kabeln, war das Lösen der Stecker für die verschiedenen Funktionen in der Leistungselektronik eine echte Herausforderung .

Tesla auf Jahre mit Wettbewerbsvorteilen bei Elektro-Autps

Beim Auseinanderbauen wird einem bewusst, welche großartige Ingenieursleistung hinter der gesamten Konstruktion steckt. Tesla konnte ja kein komplett eigenes Auto bauen und war auf eine fremde Karosserie angewiesen. Trotzdem passt alles an seinen Platz und die Leistungsdaten sprechen deutlich für sich. Natürlich sehen neuere Modelle komplett anders aus und sind auch vollkommen anders aufgebaut. Trotzdem hat sich Tesla mit dieser Pioniertätigkeit einen Wissensvorsprung erarbeitet, der der Firma auf Jahre hinaus einen Vorsprung in den Bereichen, Batteriemanagement, Effizienz und Performance beschert hat.

 

Tesla Roadster

Tesla Batteriemanagement-System

 

Das Fahren an sich ist die eigentliche Kür dieser Entwicklung. Viele halten das Tesla Model S für das beste Auto der Welt. Aber ohne den Roadster wäre dieser Erfolg nie möglich gewesen. Und wer einmal ein E-Auto gefahren hat, der möchte danach wahrscheinlich keinen Verbrenner mehr. Spätestens wenn die Autos aufgrund des verfallendes Batteriepreises günstiger werden als die Verbrenner und der Ottonormalverbraucher merkt, dass er mit seinem selbst produzierten Solarstrom vom Dach fast kostenlos mit seinem Auto durch die Gegend fährt und er auch sehr viel seltener in die Werkstatt muss, dann kippt die Nachfrage nach Verbrennern zugunsten der E-Autos. Hoffen wir nur, dass die deutsche Automobilindustrie bis dahin ihre Hausaufgaben gemacht hat.

Ein Elektroauto auch zum Mieten?

Der neue Roadster, der im Jahr 2020/2021 auf die Straßen kommen soll, wird eine Reichweite von ca. 1000 Kilometern haben und eine Beschleunigung von 0-100 km/h von ca. 2 Sekunden. Ich bin gespannt, ob man bei dem Auto dann auch noch selbst die Leistungselektronik ausbauen kann, oder ob es eher wie bei einem Apple-Handy ist und man sich dort lieber nicht dran traut. Eines steht jedenfalls fest: Die Zukunft der Mobilität ist bis auf weiteres elektrisch und lässt sich nicht mehr aufhalten.

Tesla mieten

Auch wenn uns kein mietbarer Tesla Roadster bekannt ist, auf e-CarSharing.net könnt ihr ortsbezogen die Tesla Modelle Model S, Model X und den Tesla Model 3 finden und mieten. Sobald der neue Roadster zu mieten ist, berichten wir darüber.