21.03.2018, von Moritz Steneberg und Daniel Stitz

Das E-Carsharing Angebot auf der iberischen Halbinsel wächst

Der zur französischen Group PSA zugehörige E-Carsharing-Anbieter emov verkündete diese Woche seine Expansion in die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Der Rollout des Services in Portugal soll laut PSA aus 150 Citroën C-Zero bestehen und noch im April erfolgen. Damit wäre emov der erste rein-elektrische Carsharing-Anbieter des Landes.

 

emov ist auf der iberischen Halbinsel bereits mit 600 Elektroautos in Madrid vertreten und konnte dort laut eigenen Angaben seit dem Start im Dezember 2016 bereits 160.000 Kunden gewinnen. Ein Vorteil gegenüber dem Service in Madrid: In Lissabon werden Fahrten nicht nur im Stadtzentrum, sondern auch an den am Stadtrand gelegenen Flughafen möglich sein. Dies dürfte besonders für Touristen und Geschäftsleute interessant sein.

 

Zum Vergleich: Negative Entwicklung des e-Carsharing-Angebots in Berlin

 

In Portugal und Spanien geht man in die richtige Richtung und schafft neue E-Mobilitäts-Angebote anstatt e-Carsharing-Dienste wieder einzustellen. Group PSA stellte erst Ende vergangenen Jahres seinen Dienst in der Bundeshauptstadt Berlin ein. Als Grund wurde damals zu wenig Anstrengung seitens der Politik genannt, die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Man muss allerdings gestehen, dass das Angebot an mietbarer E-Mobilität in einigen deutschen Großstädten wie Hamburg, Berlin, Köln, München und im Ruhrgebiet dennoch recht umfangreich ist.

 

 

Quelle: groupe-psa.com

4000 E-Autos sind im Pariser Großraum alleine über den e-Carsharing Anbieter Autolib` verfügbar

 

Bluecar im Autolib e-Carsharing Paris

Bluecar im Autolib e-Carsharing Paris

 

Elektromobilität in Frankreich

Dass Frankreich hinsichtlich der Verbreitung von Elektroautos weiter ist als Deutschland, war uns längst bekannt. Aber was wir letztes Wochenende auf unserem Paris Trip beobachten konnten, hat unsere Erwartungen übertroffen:

An jeder Ecke stehen Elektroautos samt Ladestationen und separat ausgewiesenen Parkmöglichkeiten (im Pariser Zentrum!) zur Verfügung. Die sog. Bluecar-Stromer werden von den Parisern sehr gut angenommen. Man sieht sie im Minutentakt an einem vorbei fahren, sodass man bereits eine deutlich spürbare Entlastung hinsichtlich Abgas- und Lärmbelastung bemerkt.

Zum Vergleich: In Deutschland sind derzeit insgesamt ca. 23.000 E-Autos zugelassen – weit entfernt von der angestrebten 1 Mio. in 2020*. Davon steht auch in Deutschland ein beachtlicher Teil von über 10 % zur Anmietung zur Verfügung.

Dennoch:  Alle großen deutschen Carsharing-Dienste und Autovermieter von München bis Hamburg zusammen genommen, kommen heute (2018) gerade mal auf ca. 2500 verfügbare E-Autos.  In Berlin lassen sich über alle Anbieter hinweg heute etwa 300 e-Autos anmieten.

 

e-Carsharing Autolib: Bluecar Verfügbarkeit in Paris

Autolib´ Bluecar Verfügbarkeit in Paris – 3000 e-Autos

 

Zusätzlich bietet der Anbieter Autolib`, welcher zum Mischkonzern Bolloré gehört, nach eigenen Angaben insgesamt knapp 6000 Ladepunkte im Pariser Großraum an. Bemerkenswert ist auch, dass hinter diesem Angebot nicht etwa ein etablierter Automobil-Konzern oder eine große Autovermietung steckt, sondern eben der besagte Mischkonzern Bolloré steckt, dessen bekanntestes Produkt eigentlich bisher die OCB-Paper waren.

 

E-carsharing Station Paris Autolib Bluecar

E-carsharing Station Paris Autolib. Elektroauto Bluecars in Paris

 

Bluecar von Bolloré und Pininfarina

Die eingesetzten Fahrzeuge sind entsprechend unkonventionell gestaltet und scheinen an den Pariser Lifestyle angelehnt zu sein, d.h. Prestigé und Status drückt man eher durch einen entsprechend schicken Kleidungsstil und die Wahl eines guten Restaurants aus – jedoch weniger durch „sein Auto“.  Diese Interpretation ist sicher etwas überzeichnet, aber jeder der Paris kennt, weiß, dass hier nicht so viele beulenfreie Luxuskarossen rumfahren wie z. B. in unserem schönen Hamburg. Die Bluecars scheinen sehr funktional ausgelegt. Sie sind klein aber trotzdem 4-Sitzer. Sie haben intelligenterweise tatsächlich keine Lackierung und man kann den Fahrzeugen ansehen, dass sie gebraucht werden – das ist auch gut so!

 

Autolib Bluecar Front Logo

Autolib Bluecar Front Logo

 

*Die Zahl bezieht sich auf vollelektrische Fahrzeuge sog. BEV oder B-REX (bspw. BMW i3 mit Range Extender). Inklusive Plug-in Hybriden (z.B. (Toyota Prius) befinden sich  über 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge  auf deutschen Straßen. Die Bundesregierung hatte ihr ehrgeiziges Ziel damals auf reine Elektroautos bezogen – also genau genommen ausschließlich auf BEV und max. B-REX. Da das Ziel von 1 Mio. Elektro-Fahrzeuge bis 2020 wohl nicht mehr erreichbar ist, wurde die Bezugsgröße „uminterpretiert“ und nun auch Hybrid-Fahrzeuge in die Zählung mit einbezogen.

London wird elektrisiert: DriveNow erweitert seine Flotte um den BMW i3

In der britischen Hauptstadt können DriveNow Kunden von heute an 30 BMW i3 mieten und nutzen.

 

BMW i3

Foto: BMW i3; Quelle:  BMWGroup.com

 

 

In der britischen Hauptstadt können DriveNow Kunden von heute an 30 BMW i3 nutzen. „Das eCarsharing reduziert die Verkehrsbelastung und die Emissionen in den Städten“, erklärte Peter Schwarzenbauer, Mitglied des Vorstands der BMW AG, anlässlich der Premiere in London. „Ich freue mich, dass wir mit dem BMW i3 unseren DriveNow Kunden nun einzigartigen Fahrspaß in Kombination mit einfachem Zugang zur Elektromobilität anbieten können.“

Die Einführung des Elektrofahrzeugs aus BMWs i-Serie, welche durch den BMW ActiveE bereits unter anderem in Berlin und München vorbereitet worden ist, soll nun auch in weiteren deutschen und europäischen Städten folgen.

 

 

Foto: DriveNow

Foto: ActiveE; Quelle: DriveNow

 

Zur vollen Pressemitteilung: Pressemitteilung der BMW Group

E-Mobilität 2025

Rückblickend ist vieles, was früher einmal selbstverständlich war, heute nur noch schwer nachzuvollziehen.

Gravierenden technischen Neuerungen, sogenannten disruptiven Innovationen, folgt in der Regel ein gesellschaftlicher Perspektivenwechsel bzw. eine Neubewertung der eigenen Situation unter Einbeziehung der neuen technischen Umwelt:

 

BMWi3 im e-carsharing

e-mobilität in Schladming, Österreich

 

Wie hat man sich vor 20 Jahren ohne Handy spontan nach der Arbeit verabredet?

Wie haben die Bürokaufmenschen vor 1997 ohne Internet und Email gearbeitet?

Wie konnte man vor 2025 ohne E-Mobilität bzw. ohne Elektroautos und vor allem ohne E-Busse auskommen?

 

Okay, das letzte Beispiel hat noch keine Gültigkeit, aber folgender Artikel zeigt ein Beispiel für einen vorweg genommenen Perspektivenwechsel.

 

Lesenswert: Tesla als Golf der Zukunft

Das Original (engl.) vom TeslaClubSweden:  test-drive-of-a-petrol-car/

Und die deutsche Übersetzung: elektroauto-zoe.de/verbrenner-testfahrt/

 

Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken.

Euer e-CarSharing Team

BMW i3 e-carsharing Schladming, Salzburg, Österreich

BMW i3 im e-carsharing in Schladming, Salzburg, Österreich

 

Auch in kleineren Städten und Gemeinden halten E-Carsharing Angebote zusehends Einzug:

Unser E-nTon hat beispielsweise in Schladming (Österreich) ein attraktives Mietangebot des örtlichen
Stadtwerks entdeckt. Unter dem Namen Electro Car wird in der kleinen Gemeinde ein BMWi 3 angeboten.

 

 

BMW i3 von Electro Car

BMW i3 im e-Carsharing